MDR-Sachsenspiegel filmt mit - 12. Hilfstransport gestartet

Hainichen. Die Hilfstransporte des Vereins Communitas erreichen immer mehr Bürger. Zur Beladung des bereits zwölften Sattelzuges für die Ukraine am Montag war auch ein Team des MDR Sachsenspiegels vor Ort.

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung des MDR

https://www.mdr.de/sachsenspiegel/video-663252_zc-61a459d2_zs-4ccc2d21.html

Eine Zeitungsmeldung löste am Montag eine Ketten-Reaktion aus. Erst rief der Radiosender MDR an und veröffentliche kurze Zeit später ein Interview mit einem Spendenaufruf, dem einige Bürger spontan folgten. Kurz vor dem Mittag kündigte sich dann noch ein Team des MDR-Sachsenspiegels (Ausstrahlung am 11.10. um 19 Uhr) an.

Kurz nach dem Mittag fuhr im Focus der Kamera der ukrainische Fahrer Liubomyr mit seinem 40Tonner vor. An Bord hatte er Kaminholz, das für die Kunden der Firma Naturbrennstoffe bestimmt ist. "Vor dem Krieg haben wir versucht, so viele Brennstoffe wie möglich regional in Deutschland und West-Polen einzukaufen. Aber seit Kriegsausbruch hat sich die Situation extrem gewandelt und wir bekommen einen Großteil unserer Waren aus der Ukraine", erklärt Thomas Kretschmann, Geschäftsführer der Naturbrennstoffe OHG und Projektleiter der Hilfstransporte des Vereins Communitas. Er kann daher nicht nachvollziehen, dass immer mehr Bürger fordern, Deutschland solle sich erst einmal um sich anstatt um andere kümmern. "Ohne die Lieferungen aus der Ukraine hätten viele Deutsche, die mit Holzpellets, Holzbriketts oder Kaminholz feuern, diesen Winter nichts zum Heizen und wir unterstützen gleichzeitig die ukrainische Wirtschaft", so Kretschmann.

Die Kombination aus Brennstofflieferung aus der Ukraine und der Entsendung von Hilfstransporten in die Ukraine führe zudem dazu, dass die Transportkosten für die Sachspenden statt mehr als 3000€ "nur" 2200€ betragen. Und so rangierte auch der ukrainische Fahrer Liubomyr nach der Entladung des Kaminholzes seinen leeren Truck ans andere Ende der Lagerhalle, in dem das Spendenlager des Vereins Communitas untergebracht ist. In der Zwischenzeit hatte das Team des MDR dort bereits ein Interview mit der ukrainischen Chirurgin Alvina geführt. Sie wird trotz der aktuellen Angriffe auf Kiev und andere Städte, die sie und auch der Fahrer Liubomyr passieren werden, in wenigen Tagen in die Ukraine zurückkehren. In einem Kiewer Krankenhaus wird sie dann bereits zum dritten Mal mehrere Wochen lang Verletzte und Verwundete versorgen.  Zudem fährt sie von Kiew aus in Gebiete, denen bislang kaum Hilfe zuteil wurde, um dort insbesondere an Diabetes erkrankte Kinder zu versorgen.

Gemeinsam mit Raminta Kretschmann, die ebenfalls im Vorstand des Vereins Communitas ist und Russisch als Fremdsprache beherrscht, sortierten und verpackten Alvina und fünf weitere ukrainische Frauen gerade neu eintreffende Hilfsgüter. Der Aufruf in den Medien hatte seine Wirkung nicht verfehlt und so trafen am laufenden Band neue Spenden ein. Währenddessen belud ein Team aus Männern den mehr als 100 Kubikmeter Ladevolumen fassenden Sattelzug. Neben zahlreichen Kartons mit Kleidung sowie Matratzen und Federbetten wurden auch mehr als 300 Feuerlöscher, rund 20 Plastik- und Alufenster, fünf Paletten mit Trinkwasser, zwei Paletten mit Konserven und Müsli sowie ein knappes Dutzend Krankenhausbetten verladen.

"Ich habe absoluten Respekt davor, dass unsere Freundin Alvina und der uns ebenfalls nach fünf Fahrten für uns ans Herz gewachsene Fahrer Liubomyr in die Ukraine zurückkehren wohlwissend, dass sie jederzeit Opfer eines Raketenangriffs werden könnten. Wir können uns das gar nicht vorstellen und daher halte ich es für sehr wichtig, weiter zu helfen und über den eigenen Tellerrand zu schauen, anstatt nur an uns selbst zu denken", so das Fazit von Thomas Kretschmann. Für den Verein Communitas ist das Jahr 2022 ein Ausnahmejahr. Inklusive eines nach Litauen entsendeten Sattelzuges wurden dieses Jahr bereits 13 Hilfstransporte verladen. Das ist fast drei Mal so viel wie in den Vorjahren.

Die Spenden werden wochentags 9 bis 17 Uhr und samstags 9-11 Uhr im Spendenlager bei der Firma Naturbrennstoffe in Hainichen, Friedrich-Gottlob-Keller-Siedlung 27a, angenommen. Anfragen können an info@naturbrennstoffe.com gesendet werden.

Weitere Informationen zu den Hilfstransporten und Aktionen sowie Bildmaterial und eine Liste der benötigten Sachspenden gibt es unter https://naturbrennstoffe.com/blog/hilfstransport-ukraine-das-passiert-gerade im Internet. Geldspenden für die Begleichung der Transportkosten und den Zukauf von Medikamenten und Spezialbedarf können im Lager gegen Quittung abgegeben oder auf das Spendenkonto des Vereins Communitas bei der Sparkasse Mittelsachsen, IBAN DE54 8705 2000 3330 0100 01, überwiesen werden.